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Krankheit als Weg

Die naturwissenschaftliche moderne Medizin hat in den letzten Jahrzehnten unglaubliche Fortschritte gemacht. Hochkomplexe Geräte, an die Menschen zur Lebensverlängerung angeschlossen werden können, Pillen in allen Farben und Variationen prägen eine Gesellschaft, welche die Wurzeln aller Krankheiten endlich endgültig ausrotten möchte. Doch wie sieht die Realität aus? Die Spitäler sind voller denn eh und je. Die Anzahl psychischer Erkrankungen und »moderner« Zivilisationskrankheiten schreibt Jahr für Jahr neue Rekorde. Kaum gelingt es der Medizin, eine der Krankheitsarten in den Griff zu bekommen oder auszurotten, macht sich eine andere breit. Wie kann das sein?

Das größte Unheil ist das Gefühl, nicht ganz zu sein. Im germanischen Sprachgebrauch bedeutet das Wort heil gesund, unversehrt, gerettet. Für kranke Menschen ist der Wunsch nach Heilung ein Grundbedürfnis. Krankheiten, egal ob psychischer oder physischer Natur führen zu dem Gefühl nicht ganz zu sein. Wir suchen nun Hilfe zum Beispiel in der Medizin. Wir möchten wieder ganz hergestellt sein und begehen dabei oft den Fehler uns ausschließlich auf andere zu verlassen. Wir wenden uns zuerst an unseren Hausarzt. Wir vertrauen uns an. Vergessen wird dabei oft die ureigenste Kraft der Selbstheilung, die jedem Menschen inne wohnt.

Solange man das Wesen der Krankheiten nicht versteht, wird es nicht gelingen, diese einzudämmen. Als erstes gilt es zu erkennen, dass es den gesunden, perfekten Menschen gar nicht gibt. Jeder von uns hat charakterliche Stärken und Schwächen und diese machen sich direkt in unserem leiblichen Körper bemerkbar. Wenn jemand zum Beispiel ein extrem friedliebender Mensch ist, der Aggressionen niemals zurückgibt, sondern allen Ärger in sich hineinfrisst, der wird früher oder später Probleme mit seinem Magen haben.

Nun kann er diese Magenprobleme mit Medikamenten behandeln. Damit können die Schmerzen manchmal zum Verschwinden gebracht werden. Die Ursache der Magenprobleme ist allerdings damit nicht aus dem Weg geräumt. So wird sich das charakterliche Problem auf andere Weise im Körper zu manifestieren beginnen und solange die Ursache nicht beseitigt ist, sind alle eingenommenen Pillen und Spritzen nur oberflächliche Vertuschungsversuche einer inneren Unausgeglichenheit.

Jede Krankheit spricht zu uns. Sie will uns sagen, wo unsere Seele nicht in Harmonie ist. Jede nicht beseitigte Unausgeglichenheit schlägt früher oder später auf unser körperliches Unwohlsein durch. Viele alternative Heilmethoden haben das erkannt und versuchen den Menschen ganzheitlich zu heilen, mit mehr oder weniger Erfolg. Die Schwierigkeit darin besteht oft, dass der Mensch sich nicht eingestehen will, an seiner Krankheit mitschuldig zu sein. Er fühlt sich als Opfer und vom Schicksal ungerecht bestraft. Stattdessen müsste er fragen: »Was will mir meine Krankheit sagen?« Wo mache ich als Person, im Denken und Fühlen, so gravierende Fehler, dass ich mich dadurch nicht mehr wohl fühle und krank werde? Was verdränge ich? Es braucht etwas Übung, um sich in die Symbolsprache der Krankheiten einzuarbeiten, denn unser Denken ist von jahrhundertlangen falschen Ansichten beeinflusst. Im Grunde ist die Krankheit eine aufgetretene Hürde, die es auf unserem Entwicklungsweg zu begreifen und zu meistern gilt.

 

Der Krankheitsgewinn - Krankheit als Lebenshilfe

»Wenn ein Mensch nur bei Krankheit Aufmerksamkeit bekommt, wird er krank.«
Es gibt ein interessantes und nicht zu unterschätzendes Phänomen, das durch Sigmund Freud mit dem Begriff »Krankheitsgewinn« bezeichnet wurde und die Zahl der Krankheiten fördert.
Sobald ein Mensch krank ist, wird er in unserem Kulturkreis in der Regel von seinen Alltagsaufgaben und Verantwortungen entbunden. Dazu erhält er eine große Portion Anteilnahme. Es gibt Menschen, die bauen sich, mit der Begründung dass sie krank sind, mit einem chronischen Leiden eine regelrechte Machtposition auf. Man kann dem Kranken ja nichts abschlagen ...

 

Der Sinn der Krankheit

Es widerstrebt uns, den Fehler für eine Krankheit bei uns selber zu suchen. Vielleicht fällt es uns leichter, wenn wir die Vorteile daraus betrachten:


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