Morbus Menière – Leck im Innenohr
Morbus Menière (oder die Menièresche Erkrankung) wurde 1861 vom französischen Arzt Prosper Menière erstmals beschrieben. Bei dieser Innenohrerkrankung kommt es zu einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung im häutigen Labyrinth des Innenohres, sodass der Druck sich erhöht. Ähnlich wie bei einem Luftballon wird der Druck schließlich so groß, dass die feinen Membranen leck werden und die typischen Attacken auslösen: Drehschwindel, einseitige Ohrgeräusche (Tinnitus) und auf Dauer einseitige Schwerhörigkeit oder gar Hörverlust. Während der Drehschwindelattacken können Übelkeit und Erbrechen auftreten.
Verlauf
Morbus Menière beginnt mit Attacken auf einem Ohr. Zunächst kommen sie häufig, dann weniger häufig und insgesamt unregelmäßig. Sie können im Laufe von Monaten und Jahren auch das andere Ohr betreffen. Je länger Patienten leiden, desto wahrscheinlicher ist es, dass beide Ohren betroffen sind. Der Hörverlust ist irreversibel. Die Schwindelattacken hingegen verschwinden oft von selbst wieder – und das mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 80 Prozent innerhalb von fünf bis zehn Jahren.
Noch ein wichtiger Hinweis
Bei plötzlich auftretendem, sehr heftigem Schwindel, begleitet von Sehstörungen, Doppelbildern, Schluckstörungen oder Lähmungserscheinungen sowie zum Beispiel auch Gleichgewichtsstörungen und Gangunsicherheit kann eine akute Durchblutungsstörung des Gehirns die Ursache sein. Es können Warnzeichen eines Schlaganfalls sein. Deshalb sollte man schnell ärztliche Hilfe suchen und die Symptome abklären lassen. Ein Schlaganfall ist immer ein Notfall!
Autorin: Anne Welsing (Servicezeit: Gesundheit, WDR)
